Diabetes-ABC

A – Alkohol...

..ist Bestandteil unserer Eß- und Trinkkultur. Menschen mit Diabetes sollten beim Genuss von Alkohol allerdings noch vorsichtiger sein als gesunde Menschen. Denn: Alkohol senkt den Blutzucker. Alkohol als Zellgift wird vom Körper so schnell wie möglich abgebaut, damit ist die Ausschüttung der Speicherform der Glucose in der Leber blockiert und es kann zu Unterzuckerungen kommen. Deshalb: Trinken Sie Alkohol am besten nur zu einem kohlenhydrathaltigen Imbiss. Der Abfall des Blutzuckerspiegels kann auch noch bis zu 12 Stunden später eintreten - Unterzuckerungen in der zweiten Nachthälfte oder auch noch am nächsten Vormittag sind nicht selten. Messen Sie vor dem Einschlafen noch einmal den Blutzucker: dieser sollte nicht unter 180 mg/dl liegen. Bei zu niederen Werten zusätzlich ein bis zwei BE's vor dem Schlafengehen essen! Durch zusätzliche Bewegung erhöht sich die Gefahr einer Unterzuckerung. Trinken Sie vor oder nach körperlicher Anstrengung keine alkoholhaltigen Getränke.

B – Basis-Bolus-Konzept...

...ist eine Diabetesbehandlungsform mit einer, zwei oder drei Injektionen Verzögerungsinsulin zur Abdeckung des mahlzeitenunabhängigen Insulinbedarf(=Basis) und Kurzzeit-Insulininjektionen vor den jeweiligen Mahlzeiten (=Bolus). Man spricht auch von Intensiviert-conventioneller- Therapie (ICT).

C – CSII

Diese Abkürzung bezeichnet die Insulinpumpentherapie: Continuous Subcutaneous Insulin Infusion. Diese Therpieform unterscheidet sich von der ICT durch die auschließliche Nutzung eines Kurzzeitinsulins und durch die kontinuierliche Abgabe einer basalen mahlzeitenunabhängigen Insulinausschüttung über 24 Stunden.

D – Dawn Phänomen...

... dadurch gekennzeichnet, dass der Blutzucker gegen Mitternacht gut liegt, in den frühen Morgenstunden (etwa ab 4 Uhr) jedoch sehr schnell ansteigt. (dawn, engl. = Morgengrauen). Es resultiert ein hoher Nüchternblutzucker. Die Ursache des Dawn-Phänomens ist unter anderem eine verstärkte Ausschüttung von verschiedenen Hormonen in der Nacht sowie am frühen Morgen, die sowohl die Zuckerfreisetzung aus der Leber erhöhen als auch die Empfindlichkeit des Körpers gegenüber Insulin herabsetzen. Es ist vor allem in der Pubertät Ursache für hohe Nüchternwerte.

E – Erwachsenendiabetes

Heute seltener gebrauchte Ausdrucksform für den Typ-2-Diabetes. Es handelt sich dabei um eine in der Regel nicht insulinabhängige Diabetesform, die in der Vergangenheit überwiegend ältere Menschen betraf. Heute findet sich diese Form des Diabetes zunehmend auch bei übergewichtigen Kindern und Jugendlichen. Experten rechnen damit, daß die Zahl der Typ-2-Diabetiker in den nächsten Jahren weiter steigt, da die Menschen immer übergewichtiger und älter werden.Ursache für hohe Nüchternwerte.

F – Fußsyndrom

Diabetisches, Folgeerkrankung bei Diabetes mellitus. Äußert sich in Form einer Neuropathie (Nervenstörung) und einer Angiopathie (Gefäßerkrankung), die zu Empfindungs- und Wahrnehmungsstörungen an den Füßen führen.
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G – Gestationsdiabetes

Ein während der Schwangerschaft auftrender, vorher aber nicht bekannter Diabetes. Ursachen: starke hormonelle Umstellung des Körpers, Veranlagung zur späteren Entwicklung eines Diabetes. Etwa 5 % aller Schwangeren sind betroffen. Engmaschige Blutzuckerkontrollen sind hier erforderlich, um eine optimale Therapie durchführen zu können. Denn: ein gut eingestellter Blutzucker bedeutet eine normalen Schwangerschaftsverlauf und ein gesundes Kind!

H – Hypoglykämie

Unterzuckerung. Definitionsgemäß spricht man von einer Unterzuckerung ab einem Blutzuckerwert von 50 mg/dl (2,7 mmol/l). Sie können bei insulin-und tablettenbehandelten Diabetikern auftreten. Die Symptome können unterschiedlich sein und sind davon abhängig, wie schnell der Blutzucker fällt. Typisch sind hier: Schwitzen, Herzklopfen, innere Unruhe bis Angst, aber auch Kopfschmerzen oder Agressivität können beobachtet werden. Von einem hypoglykämischen Schock spricht man, wenn Fremdhilfe erforderlich ist, weil der Betroffene nicht mehr selbst in der Lage ist, den Blutzuckerwert wieder in den Normbereich zu bringen.

I – ICT

Intensiviert konventionelle Therapie. Basis-Bolus-Prinzip: zu den Mahlzeiten wird ein Normal- oder Analoginsulin gespritzt (Bolus) und der basale Bedarf wird durch eine 1 – 4-malige Injektion eines Verzögerungsinsulins gedeckt ( Basis). Durch diese Therapieform wird versucht, eine möglichst normnahe Einstellung zu erreichen. Voraussetzungen sind eine intensive Schulung und mehrmals täglich Blutzuckermessungen zur Anpassung der Insulinmenge.

J – Juveniler Diabetes

...ist ein veralteter Begriff für Typ-1-Diabetes.

K – Ketoazidose...

...besteht über einen längeren Zeitraum Insulinmangel, kann der Zucker im Blut von den Zellen nicht aufgenommen werden und somit nicht als Energielieferant dienen. Als Folge steigt der Blutzuckerspiegel an. Als Ersatzenergie wird vermehrt Fett verbrannt, wobei als Abbauprodukte Ketonkörper entstehen. Diese führen zur Übersäuerung des Blutes (Azidose). Da die Ketonkörper über die Nieren ausgeschieden werden, können sie mit Teststreifen im Urin nachgewiesen werden. Sie sind ein Hinweis auf eine beginnende Stoffwechselentgleisung.

L – Lipodystrophie

Eine krankhafte Veränderung von Unterhautfettgewebe. Sie kann sowohl den Schwund, als auch die vermehrte Wucherung der Fettzellen bedeuten. Eine Lipodystrophie kann am Ort der Insulininjektion auftreten. Durch einen regelmäßigen Wechsel der Kanüle am Insulinpen und vor allem durch den Wechsel der Injektionsstellen kann die Lipodystrophie verhindert werden. Grundsätzlich gilt, dass Insulin nicht diese Areale injiziert werden sollte, da die Wirkung des Insulins nicht mehr optimal zur Wirkung kommt.
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M – Mikroalbuminämie

Ausscheidung geringer Mengen von Albumin (Eiweißstoff, der den Großteil des Gesamteiweißes im Blutplasma ausmacht) im Urin. Bei Nachweis von 20 bis 200 mg/l spricht man von Mikroalbuminurie, über 200 mg/l von Makroalbuminurie. Eine Mikroalbuminurie beim Diabetiker zeigt eine bestehende Nierenschädigung an und muß entsprechend behandelt werden. Der Gehalt an Microalbuminen im Urin sollte bei Diabetikern alle drei Monate kontrolliert werden.

N – Nierenschwelle

Normalerweise ist der Urin zuckerfrei. Erst ab einem gewissen "Schwellenwert", nämlich ab einem Blutzuckerwert von 180 mg/dl und höher (= Nierenschwelle) scheidet die Niere Glucose aus. Die Nierenschwelle liegt nicht bei jedem Menschen gleich hoch, sondern zeigt individuelle Unterschiede. So kann sie z.B. bei Schwangeren deutlich unter, bei älteren Menschen deutlich über 180 mg/dl liegen. Im ersten Fall hätte dies zur Folge, dass Harnzuckerausscheidungen bereits deutlich unter 180 mg/dl Blutzucker auftreten können; ist die Nierenschwelle erhöht, (z.B. auf 200 mg/dl) treten erst bei diesem Zuckerwert Ausscheidungen auf.Diabetikern alle drei Monate kontrolliert werden.

O – orale Antidiabetika

Medikamente zur Behandlung erhöhter BZ-Werte, die als Tablette oder in anderer Form geschluckt werden können. Bsp.: Sulfonylharnstoffe, Biguanide, Alpha-Glucosidasehemmer.ngen auf.Diabetikern alle drei Monate kontrolliert werden.

P – Pen-Nadeln...

...oder Pen-Kanülen sind spezielle Kanülen für die Insulininjektion mit dem Insulinpen. Für den möglichst schmerzarmen Einstich ist die besonders geschliffene Nadelspitze, zum leichten Eindringen in die Haut eine Beschichtung der Nadeloberfläche verantwortlich. Sie ist mit einer speziellen Beschichtung versehen. Da schon einzelne Injektionen zu Abnutzungserscheinungen sowohl am Schliff als auch der Beschichtung führen, sollte die Nadel regelmäßig gewechselt werden. Im Optimalfall nach jeder Injektion. Durch die Abnahme der Nadel vom Pen nach der vorgenommenen Injektion wird außerdem ein Eindringen von Bakterien in die Insulinampulle sowie die Bildung einer Luftblase verhindert.

R – Resistenz

Widerstand, Abwehr. In Hinblick auf Insulin versteht am unter einer Insulinresistenz eine Verminderung der Insulinwirkung auf verschiedene Gewebe. Die Ursache für eine Insulinresistenz liegt zum einen in einer vermehrten Glucoseproduktion der Leber (Glukoneogenese) zum anderen in der Verminderung der Insulinrezeptoren (Bindungsstellen für Insulin in Zellen, wie z.B. im Muskel) in Geweben wie Muskeln und Fett.

S – Selbstkontrolle

Durchführung von Kontrollen z.B. des Blut- oder Urinzuckers durch den Patienten selber. Selbstkontrollen sind auch bei der Blutzuckermessung möglich. In den Geschäftsräumen von Glucomax präsentieren wir Ihnen gern alle z.Zt. am Markt befindlichen Geräte. Der Diabetiker kann sich das Gerät heraussuchen, mit dem er am besten zurechtkommt und wir unterstützen Sie beim Erlernen der Handhabung des Gerätes und geben Ihnen hilfreiche Hinweise zur fehlerfreien Blutzuckertestung.
nach obend Fett.

T – Topinambur...

...wird fälschlicherweise eine blutzuckersenkende Wirkung nachgesagt. Tatsächlich führt es, wenn es als Gemüse genossen wird, nur zu einem geringen Blutzuckeranstieg, da der in der Knolle vorkommende Mehrfachzucker (Inulin) vom Menschen nur gering verstoffwechselt werden kann. Die vermeintliche Blutzuckersenkung durch Topinambur entspricht also in Wirklichkeit einem geringen Blutzuckeranstieg aufgrund der Unverdaulichkeit des Mehrfachzucker.

U – Überzuckerung...

...oder Hyperglykämie bezeichnet einen Blutzuckerspiegel, der den physiologischen Wert von 140 mg/dl (7,8 mmol/l) übersteigt. Die Ursache ist in den meisten Fällen ein relativer oder absoluter Insulinmangel z.B. durch k eine kohlenhydratreiche Mahlzeit ohne angepasste Insulindosierung (zu geringe Dosierung oder keine Insulingabe), ein Katheterverschluß bei Insulinpumpentherapie oder eine Injektion vernarbtes Gewebe (Insulin wirkt verzögert oder gar nicht). Typische Symptome sind z.B. Konzentrationsverlust und Müdigkeit, starkes Durstgefühl, vermehrter Harndrang, Übelkeit und Erbrechen und acetonartiger Mundgeruch. Wird die Hyperglykämie nicht kurzfristig behandelt, besteht die Gefahr des diabetischen Komas, das eine lebensgefährliche Situation darstellt (siehe Ketoazidose).ulichkeit des Mehrfachzucker.

V – Verzögerungsinsulin

Insulin, das längere Zeit an der Injektionsstelle im Gewebe verbleiben kann und nur verzögert in die Blutbahn gelangt. Da es wie ein "Depot" längere Zeit an Ort und Stelle verbleibt, spricht man auch von Depot-Insulin. Durch den Zusatz verschiedener anderer Komponenten kann die Dauer der Verzögerung von 12-24 Stunden variieren.

W – WHO

Weltgesundheitsorganisation. Institution der Vereinten Nationen.

X – Xylitol...

...oder Xylit wird als Zuckeraustauschstoff verwendet. Xylitol befindet sich als natürlicher Zuckeralkohol in vielen Gemüsesorten (u. a. Blumenkohl) und Früchten (u. a. . Pflaumen, Erdbeeren, Himbeeren). Industriell wird Xylitol aus Holzzucker (Xylose) gewonnen. Die industrielle Herstellung ist aufwändig, Xylitol ist ein verhältnismäßig teurer Zuckeraustauschstoff. Heute erfolgt die Gewinnung häufig aus Resten von Maiskolben nach Abernten der Körner. Xylitol hat den selben Geschmack und die selbe Süßkraft wie Haushaltszucker (Saccharose), dabei ist der Nährwert um ca. 50 % geringer als bei Saccharose. Die Wirkungen auf den Blutzucker- und Insulinspiegel sind relativ gering und Xylitol wirkt kariesvorbeugend (siehe auch Zuckeraustauschstoffe).

Z – Zuckeraustauschstoffe...

...sind süß schmeckende Kohlenhydrate, die einen geringeren Einfluß auf den Blutzuckerspiegel haben als Haushaltszucker. Ihre Süßkraft ist etwas geringer als die des Haushaltszuckers – Ausnahme: Fructose (20% süßer als Saccharose). Diese Zuckeralkohole werden aus Gemüse und Früchten gewonnen und können in größeren Mengen abführend wirken. In der Vergangenheit konnten leider weitere negative Effekte der Fructose auf die Gesundheit in der Form nachgewiesen werden, dass Fructose vom Körper sehr viel schneller in Körperfett umgewandelt wird als Traubenzucker (Glucose). Außerdem stimuliert eine Fruktoseaufnahme die Lipogenese (Fettsynthese) und steigert die Einlagerung von Fetten aus der Nahrung. Man fand heraus, dass ein verstärkter Fruchtzuckerkonsum in engem Zusammenhang mit Übergewicht steht und dass bei Männern Cholesterin und Triglyzeride im Blut anstiegen.